Am teuersten wirkt sich das auf die Weiterentwicklung aus. Wenn die vorhandene Kapazität vollständig in den laufenden Betrieb fließt, bleibt für Vorhaben, die das Geschäft voranbringen, nichts übrig. Die Zahlen der KfW deuten in dieselbe Richtung. Nach dem KfW-Digitalisierungsbericht Mittelstand 2025 haben nur noch 30 Prozent der Mittelständler Digitalisierungsvorhaben abgeschlossen, fünf Prozentpunkte weniger als zuvor. Die Digitalisierungsausgaben fielen um 8,1 Milliarden auf 23,8 Milliarden Euro.
Betroffen ist auch die Steuerung externer Dienstleister. Wo Teile des Betriebs ausgelagert sind, verschiebt sich die Frage nach der Servicequalität nur, sie verschwindet nicht. Wer im eigenen Haus nicht misst, hat auch gegenüber dem Dienstleister keine Grundlage, um Leistung einzufordern oder Verträge nachzuverhandeln. Diskussionen über Qualität bleiben dann eine Frage der Wahrnehmung auf beiden Seiten.
Schließlich leidet die Belastbarkeit im Ernstfall. Ein Betrieb ohne Puffer kann einen größeren Vorfall nicht abfedern, weil niemand frei ist, um ihn zu bearbeiten. Die DIHK-Zahlen zur Notfallvorsorge deuten darauf hin, dass die Lücke zwischen vorhandenen und erprobten Verfahren in vielen Unternehmen erheblich ist.
Aus der STRATIQ-Projekterfahrung: In unseren Assessments machen wir solche Engpässe sichtbar, bevor sie sich in verzögerten Projekten zeigen. Dabei schauen wir nicht allein auf Ticketzahlen und Bearbeitungszeiten. Diese Werte sagen aus, wie viel bearbeitet wurde, aber nicht, ob die Fachbereiche die Leistung als brauchbar erleben. Deshalb ergänzen wir die quantitative Auswertung um qualitative Erhebungen bei den Nutzern. Erst beide Perspektiven zusammen zeigen, wo der Betrieb tatsächlich klemmt. Auf dieser Grundlage lassen sich IT-Services gezielt verbessern, damit die IT im Mittelstand nicht zur Bremse für das Geschäft wird.
Bemerkenswert ist, was sich zu alldem nicht sagen lässt. Wie viel Zeit im IT-Betrieb mittelständischer Unternehmen tatsächlich auf Störungsbehebung entfällt und wie viel auf Weiterentwicklung, dazu gibt es keine unabhängige Erhebung für Deutschland.